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Health / Natur

Kapern aus Blütenknospen

Blütenkapern

Echte Kapern sind Knospen vom Kapernstrauch (Capparis spinosa), der sich vor allem in der Mittelmeerregion angesiedelt hat. Aus der dortigen Küche sind sie als salzig-saures Element nicht wegzudenken – und, mal ehrlich, man liebt oder man hasst sie.
Wer sie liebt, wird sicher begeistert sein, dass auch die Knospen unserer heimischen Wald- und Wiesenpflanzen ein Talent zur Kaper haben. Bärlauch, Gänseblümchen und Löwenzahn können genauso gut in Salz und Essig mariniert werden.
Das Grundrezept für alle Blütenkapern ist ganz einfach, ihr findet es ganz unten.


Vor der Blüte können die Knospen des Löwenzahn geerntet werden

Löwenzahn-Kapern

Löwenzahn (Taraxacum) ist in unserer Küche längst angekommen. Aus den Blüten wird Honig gekocht, die Blätter landen in Salaten und die Wurzel im Tee. Einmal auf den bitteren Geschmack gekommen, profitieren wir auch gesundheitlich von seinen vielen Vitalstoffen, zum Beispiel Vitamin C, Vitamin A, Magnesium, Kalium und Phosphor. Ein Segen für Magen, Leber und Galle und ideal für die Reinigungskur im Frühjahr.
Bevor die gelben Strahleblüten erscheinen, recken die Knospen sich wie aufzeigende Finger in die Höhe und scheinen nur darauf zu warten, in unseren Sammelkorb zu wandern.
Aber bitte beim Sammeln immer maßvoll sein. Löwenzahnblüten, ebenso wie die anderen Blüten, sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten.


Mit den Knospen des Gänseblümchens wandert der Geschmack der Wiese ins Glas

Gänseblümchen-Kapern

Das Gänseblümchen (Bellis perennis) regt die Entgiftung des Organismus an und ist so im Frühling ideal, um den Stoffwechsel in Schwung zu bringen. Es stärkt das Immunsystem und gehört zu den Pflanzen, die gegen Erkältungen und Husten eingesetzt werden.
In den meisten Rezepten für die so genannten „falschen Kapern“ wird geraten, die noch ganz geschlossenen Knospen zu nehmen, aber für die Optik ist es auch schön, einige mit weißem Schopf zu wählen. Sie sollten nur schön fest sein und nicht bei Druck aufgehen.
Das Gänseblümchen ist als Kaper übrigens ideal für Anfänger und Skeptiker. Die Knospen sind so klein, dass sie als Kapern in Gerichten nur Akzente setzen und nicht alles dominieren.


Bärlauch-Kapern

Der wilde Knoblauch  (Allium ursinum), der im Frühling grüne Teppiche in Wäldern und Gärten bildet, wirkt blutdrucksenkend und entgiftend. Er enthält zahlreiche Vitalstoffe, u.a. hohe Mengen an Vitamin C.
Die Blätter sind am leckersten, wenn sie noch zart sind. Sobald die Blüte einsetzt, werden sie zäher und bekommen einen herben Geschmack. Dann kann man besser die weißen Blüten zum Würzen verwenden. Bevor diese den grünen Teppich weiß sprenkeln, kommt aber die Zeit der lichtgrünen, länglichen Knospen, die im Essigsud zu knoblauchigen Kapern marinieren.
Übrigens unterscheiden sich Bärlauchknospen deutlich von Maiglöckchenknospen. Während die Blätter von Bärlauch und den hochgiftigen Maiglöckchen sich sehr ähneln, besteht bei den Knospen – und später Blüten – kaum noch Verwechslungsgefahr.
Bärlauchknospen können natürlich nach dem Rezept unten zubereitet werden, aber es reicht auch, sie einfach nur mit einem guten Essig zu übergießen und dann 2-4 Wochen ziehen zu lassen. Neben den Kapern entsteht so auch ein Kräuteressig mit einer feinen Knoblauchnote, der gut zu Sommersalaten passt.


Grundrezept für Blütenkapern

Egal, ob Gänseblümchen, Löwenzahn oder Bärlauch, das klassische Kapern-Rezept ist ganz einfach.

Zutaten:
200 ml Weißweinessig
1 TL grobes Salz
1 gute Handvoll Blütenknospen

Zubereitung:

1. Sammeln
Knospen pflücken, waschen und trocken tupfen

2. Salzen
Blütenknospen in Salz wälzen

3. Kochen
Den Essig aufkochen, die Knospen und das Salz zugeben und kurz kochen lassen.
Je kleiner die Knospen sind, desto kürzer werden sie gekocht, bei Gänseblümchenknospen reicht schon eine Minute, bei Löwenzahn ca. 3 Minuten

4. Abfüllen
Die Kapern mit Sud in das saubere Glas geben und sofort verschließen

5. Lagern
An einem kühlen, dunklen Ort ca. 2-3 Wochen durchziehen lassen. In dieser Zeit mehrmals durchschütteln, so dass alle Kapern immer mit Essig bedeckt sind

Die Blütenkapern sind mindestens 1 Jahr haltbar

Der Geschmack lässt sich mit Gewürzen und Kräutern beliebig abwandeln. Pfeffer und Senfkörner verleihen z.B. Schärfe, und mit Kräutern wie Rosmarin oder Thymian kann man dem Rezept eine mediterrane Note geben.


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