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Das Aroma von Zitronen: Urlaubsgefühl pur

Bist du sauer über ausgefallenen Urlaub oder darüber, dass keine Feste und Konzerte stattfinden und du die meiste Zeit nur zuhause bist? Oder gehörst du zur Fraktion, die insgeheim auch mal aufgeatmet hat, weil das Leben zu vollgepackt schien und jetzt kollektiv verlangsamt wurde?

Eine Pandemie will kein Mensch! Und was diese Zwangspause für viele Menschen existentiell bedeutet, davon wollen wir erst gar nicht anfangen, aber es gibt ein Sprichwort, das diejenigen von uns, denen vielleicht „nur“ Freizeitbeschäftigungen weggefallen sind, mal wieder hervor kramen könnten: „Gibt dir das Leben Zitronen, mach Limonade daraus“

Und das nehmen wir (fast) wörtlich und wählen die Zitrone als Aufhänger für kulinarische Mikro-Abenteuer, was hier nichts anderes heißen soll als: sich schöne Anregungen ins normale Leben zu holen und Dinge wahrzunehmen und zu genießen, die direkt vor unserer Nase sind.
Wenn das Wetter dann mitspielt und es wieder mal heiß wird, gerne draußen – vielleicht beim Picknick irgendwo am Wasser oder im Wald. Und sonst bringen wir ganz einfach eine gute Portion Sommerfeeling in die eigenen vier Wände.

Zitronendeko in Gelb und Blau

Farben haben großen Einfluss auf unsere Stimmung. Bereits in der Antike wurde vermutet, dass sie unser Wohlbefinden maßgeblich beeinflussen können. Ein tiefes Blau ist eine starke und ruhige Farbe, die wir mit Weite, Himmel und Meer verbinden. Der eindrucksvolle Farbton eignet sich in der Kombination mit Zitronengelb perfekt als Stimmungsaufheller.
Keine Angst, dazu brauchst du keine Räume streichen oder eine ganze Gartenmöbelgarnitur austauschen, das wäre auf Dauer auch farblich viel zu intensiv. Mit kleinen Dingen kannst du Akzente setzen und diese Details sorgen für eine mediterrane Atmosphäre auf dem Tisch, Balkon oder in der Sofaecke. Einige Kissen, eine Decke, eine Schale oder blaues Porzellan reichen aus. Kombiniert mit frischen Zitrusfrüchten entsteht eine schöne Stimmung, die anregend ist, aber nicht aufregt und für gute Laune sorgt. Wie Urlaubsstimmung eben…

Übrigens ist es erstaunlich, dass die Frucht, die so pragmatisch säubernde und desinfizierende Wirkung hat, es auch noch schafft, uns derart romantisch anzusprechen.
Auf der einen Seite scheuern wir mit ihr und dann wird sie zur südländischen Schönheit, die uns mit ihrem Aroma aus genau diesem Scheuer-Alltag gedanklich in südliche Gefilde entführt 😉
Perfekt also für unser kleines Stimmungsexperiment, denn so entführen lassen wir uns doch gerne.

Sommer im Glas – Zitronenöl

Das aromatisierte Öl ist schnell und einfach gemacht und der Säurekick perfekt für leichte Sommergerichte mit südlichem Flair.

Zitronenöl

Du brauchst:
ein gutes Olivenöl, eine verschließbares Glas und Zitronen.

Und so geht es:
1. Wasche die Zitronen gut ab und schneide sie in Spalten oder Scheiben
2. Dann gibst du sie in dein Glas und gießt so viel Öl zu, bis sie gut bedeckt sind
(du kannst natürlich auch noch Kräuter deiner Wahl zugeben)
3. Lasse das Öl einige Stunden atmen, dann verschließe es und stelle es an einen kühlen und dunklen Ort
4. Nach ca. 4 Wochen kannst du das Öl abseihen und verwenden

Hast du Zitronensaft zum Kochen oder Putzen verwendet und jetzt die Schalen übrig? Dann kannst du sie gut reinigen und in das Öl geben (bitte darauf achten, dass sie ungespritzt, am besten in Bio-Qualität sind). In der Schale befinden sich sogar besonders viele Inhalts- und Duftstoffe. Bei den herkömmlichen Zitronen solltest du nur die gelbe dünne Außenschale verwenden, da die weiße Schicht (sie heißt auch Mesokarp) bitter ist. Die Zitronatzitronen dagegen (z.B. ‚Buddhas Hand‘, siehe unten) können ganz verzehrt werden und haben einen besonders feinen Geschmack.


Ein bisschen Dolce Vita

Und noch ein wenig Fernwehküche – diesmal etwas Süßes. Aus Sizilien stammen die ausgebackenen kleinen Teigröllchen, in die eine Ricottafüllung gespritzt wird. Wir haben natürlich eine Zitronenfüllung gewählt und dazu noch ein wenig Provence-Flair mit Lavendelblüten zugefügt.
Fürs Urlaubsfeeling zuhause setzen wir einfach mal auf: viel hilft viel.

In Fett ausgebackene Teigröllchen „Cannoli“

Cannoli mit Zitronencreme und Lavendel

Im italienischen Originalrezept wird statt Butter Schmalz verwendet und es kommen noch Eier in den Teig. Hier ist ein etwas abgewandeltes Rezept, das sich auch noch veganisieren lässt, wenn ihr statt Butter Margarine nehmt und als Füllung die pflanzlichen Alternativen für Ricotta und Sahne wählt.

Zutaten für 10 Cannoli:

20 g Butter
20 g Zucker
40 ml Marsala
½ TL Apfelessig
120 g Mehl
1 Prise Salz
200 g Ricotta
100 ml Sahne
2 EL Zitronensaft und etwas Zitronenabrieb
70 g Zucker
Frische Lavendelblüten nach Geschmack

Zubereitung:

Butter, Zucker, Marsala und Apfelessig verrühren, dann das Mehl mit der Prise Salz nach und nach unterrühren. Mit den Händen zu einem festen Teig verkneten, zu einer Kugel formen und eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
In der Zwischenzeit Sahne schlagen. Den Ricotta mit Zitronensaft und –abrieb sowie dem Zucker glatt rühren. Die Sahne unterheben und die Masse kühl stellen.

Den Cannoli-Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit dem Nudelholz papierdünn ausrollen. Die Teigmenge sollte 10 Cannoli-Röllchen ergeben, die aus ca. 10 x 10 cm großen Quadraten gerollt werden. Jedes Teigquadrat wird diagonal um ein mit Sonnenblumenöl bepinseltes Cannoli-Röhrchen gwickelt, die überlappenden Teigenden werden mit etwas Wasser bepinselt, so dass sie zusammen halten. Die Spitzen oben und unten kannst du etwas abrunden, indem du sie zusammendrückst, denn sie werden im Öl schnell zu braun, wenn sie sehr dünn sind.

Öl in einem hohen Topf auf ca. 170 °C erhitzen. Die mit Teig umwickelten Cannoli-Röhrchen einzeln vorsichtig in das heiße Pflanzenfett geben und nur so lange frittieren, bis sie goldbraun sind (das kann bereits unter einer Minute der Fall sein). Fertige Cannoli zum Abtropfen auf Küchenpapier legen und abkühlen lassen.

Die abgekühlten Cannoli vorsichtig von den Röhrchen schieben. Cremefüllung in einen Spritzbeutel füllen und die abgekühlten  Cannoli-Teigröllchen befüllen. Vor dem Servieren mit Puderzucker und Lavendelblüten bestreuen.

Cannoli-Röhrchen: gib den Begriff einfach mal in die Suche ein, dann kommen sofort viele Ergebnisse. Früher wurde Schilfrohr verwendet, die modernen Köche setzen auf Röhrchen aus Edelstahl. Möchtest du öfter Cannoli machen, lohnt sich die Investition. Alternativ kannst du die Teigrollen auch mit der Hand formen und dann über einen Holzlöffelstiel ins Fett halten. Dadurch werden sie zwar ungleichmäßiger, dem Geschmack tut das aber keinen Abbruch.


Besondere Schätze: Buddhas Hand

Na ja, im Intro über das Einfache und Alltägliche reden und jetzt mit Früchten kommen, die ausgefallener und geheimnisvoller nicht sein könnten, ist nicht gerade konsequent…
Aber ein kleines kulinarisches Mikroabenteuer, das mehr dem zweiten Teil seines Namens gerecht wird, darf ja mal sein. Hier steht mehr das Hinschauen im Fokus. Suche einfach mal das, was dich fasziniert, wenn du einkaufst. Es kann eine besondere Form sein oder eine alte Gemüsesorte…
Nicht die Exotik ist wichtig, sondern dein Auge der Maßstab.

Zitronatzitrone, Fingerzitrone (Citrus medica Digitata), Buddhas Hand

Die Zitronatzitrone Buddhas Hand gehört zu den ganz alten Zitrussorten und stammt ursprünglich aus Indien und Südchina, wo sie wegen ihrer Form, aber auch wegen des feinen Dufts bei buddhistischen Zeremonien verwendet wird. Bei uns steht sie mittlerweile in den Gärten und Wintergärten vieler Zitrusfans. Die Pflanze gibt es hier häufig, aber die bizarren Früchte sind im Handel allerdings selten. Umso schöner, wenn man sie dann findet!

Verwenden kann man sie übrigens vollständig, was auch gut ist, denn ihr Fruchtfleisch ist spärlich und gibt auch nicht viel Saft her. Im Süden werden die Schalen dieser Zitronen kandiert und pur als Süßigkeit oder in Gebäck heiß begehrt. In herzhaften Gerichten werden sie hauchdünn gehobelt und entweder roh oder mariniert als Fruchtcarpaccio auf z.B. Salaten und Pastagerichten serviert.

Die Haupternte findet zwar im Winter statt, aber da die Pflanzen bei guter Pflege ständig neue Blüten entwickeln, fallen auch im Sommer immer wieder Früchte ab.


Schreib es auf!

Und zum Schluss noch etwas Kreatives, denn auch das kann Entspannung und Erholung sein. Vielleicht hast du ja Lust ein Rezepteheft anzulegen oder Tagebuch über deine Erlebnisse zuhause zu führen. Oder du führst schon längst ein Bullet Journal und widmest der Zitrone eine Themenseite….
Ganz analog – mit Stift und Papier – lässt sich die sinnliche Erfahrung schön verankern.
Eben nach dem Motto: Mach jeden Tag zum wichtigsten deines Lebens.

Zitronige Vorlage fürs Bullet Journal

Für den Tag der Zitrone haben wir zwei Vorlagen für dich: eine Rezeptseite und eine, auf der du die besten Ideen rund um die Zitrone sammeln kannst, denn sie ist nicht nur geschmacklich ein kleines Wunder. Du wirst erstaunt sein, auf was du alles stößt, wenn du auf die Suche gehst!
Vielleicht bekommst du ja Lust auf mehr solcher Thementage, die das Leben bunter machen.
Wir wünschen dir jedenfalls viel Spaß!

Hast du jetzt Lust auf weitere mediterrane Motive rund um die Zitrone bekommen?
Dann schau gerne mal in unsere Bildsammlung Zitronen-Urlaubsgefühle

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